Freitag, 30. September 2011
Ungleichheit, Ungerechtigkeit und "Eliten" abschaffen bevor es zu spät ist
Was ich in diesem Blog immer wieder anspreche, zum Beispiel hier und hier, ist keine neue Erkenntnis und auch nicht die Meinung eines Einzelnen wie mir. Die Bedrohung, die von sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit und Ungerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft ausgeht, ist keine Einbildung, sondern ein äußerst ernst zu nehmendes Problem. Sie ist nicht nur für diejenigen ein Problem, die direkt davon betroffen sind. Auch die Gesellschaft als Ganzes und diejenigen, die möglicherweise glauben, dass ihr Reichtum und ihr Einfluss sie dauerhaft schützen wird, ist bedroht.
Bei der Zeit sind zwei interessante Artikel zu diesem Thema erschienen, die ich wirklich jedem ans Herz legen möchte. Bitte hier und hier unbedingt lesen!

Gesellschaftlicher Kollaps

Wenn wir nicht bald dieses Problem der sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit in den Griff kriegen, rechne ich persönlich nicht nur mit einer enormen Zunahme sozialer Kälte, die mit einer Zunahme an Gewalt einhergeht, sondern auch mit einem allgemeinen Frust, der in Politik- und Demokratieverdrossenheit mündet. Armut und Gewalt werden zunehmen und am Ende wird man feststellen, dass eine Gesellschaft, in der jeder nur an sich selbst denkt, nicht überlebensfähig ist. Wahrscheinlich gibt es viele, vornehmlich aus der politischen und wirtschaftlichen Elite, denen das egal ist. Doch wenn es mal wieder einen großen Knall gibt, werden auch sie davon betroffen sein, dann hilft auch all ihr Geld nicht mehr. Das Gute an so einem totalen Zusammenbruch ist zynischerweise, dass die Chance besteht daraus zu lernen und es besser zu machen. Wenn sich der Kapitalismus auf diese Weise erst einmal selbst abgeschafft hat, besteht die Möglichkeit ein humaneres System zu etablieren. Allerdings kann es auch negativ ausgehen, wenn überlebende Rattenfänger zur Sicherung oder Erlangung von Macht, die Schuldigen wo anders suchen. Schuldig an sozialer Ungerechtigkeit ist nicht etwa die Demokratie (auch wenn wir hier nur eine Pseudo-Demokratie haben) oder bestimmte Menschengruppen, sondern dieses sozio-ökonomische System, das von stupidem Konsum und falschen (wirtschaftlichen) Verheißungen lebt und wie geschaffen dafür ist, die niederen Triebe der Menschen in Form von Habgier zu befriedigen. Dagegen hilft auch keine Religion, keine Kirche und kein Gott, sondern nur das Benutzen der eigenen grauen Zellen und die entsprechenden Taten zur richtigen Zeit.

Artikel wie dieser hier, über die Gefahr des Zusammenbruchs des Euros, machen allerdings weniger Hoffnung. Abgesehen von den negativen wirtschaftlichen Folgen für dieses fehlerhafte System, hätte ein Zusammenbruch des Euros meiner Auffassung nach gravierende soziale und politische Folgen. Gerade in diesen Zeiten, könnte der Zusammenbruch des Euros auch zum Zusammenbruch der Europäischen Union als Ganzes führen. Der Euro ist mehr als nur eine Währung! Wenn die ganze Finanzhilfe für Griechenland und Co. nichts gebracht haben wird, womit Finanzexperten anscheinend schon rechnen, dann wird es für Gegner des Euro und der EU leicht, dem Projekt Europa den finalen Fangschuss zu geben. Möglicherweise würden viele sich gar nicht daran stören. Wer dieser Meinung ist, sollte ganz schnell seine grauen Zellen aktivieren und mal nachdenken wie die Geschichte Europa bis 1945 so ausgesehen hat!

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